Soziales Lernen ist selbst organisiert, informell und setzt den Fokus auf vernetztes Lernen. Es ist eng an Soziale Netzwerke und Social­ Media­Plattformen geknüpft, die einen Austausch untereinander und das Teilen von Informationen miteinander ermöglichen.

Ein Raum voller Menschen – Vorlesung:  Eine Stimme die frontal Seite für Seite „Wissen“ vorliest. Alle anderen hören schweigend zu. Dieses Szenario passt in eine Zeit, in der nur wenige Menschen Zugang zu Büchern hatten. Nicht erst seitdem es Internet gibt, sollte solch ein Lern­Szenario der Vergangenheit angehören. Vielmehr geht es heutzutage darum, Interaktionen zu schaffen, von und miteinander zu lernen und sich selbst aktiv einzubringen.

Wir ergänzen Artikel auf Wikipedia, kommentieren Posts auf Facebook, vernetzen unsere Arbeitswelt auf XING und wenn wir nicht weiter wissen, dann hilft ganz sicher ein Tutorial auf YouTube. Doch auch abseits von den großen Social Media Kanälen, bietet das Internet einen Raum der Partizipation, einen Raum zum kooperativen Lernen. Auf Lernplattformen können Inhalte geteilt und von einer breiten Masse genutzt werden. Foren bieten Platz für Diskussionen, um sich über Gelerntes auszutauschen und neue Denkanstöße einzubringen. Bei so genannten MOOCs (Massive Open Online Cours) können Lernende und Lehrende problemlos miteinander kommunizieren und Gemeinschaften bilden – auch über Ländergrenzen hinaus.

Lernen erfolgt gemeinsam – dennoch zeitlich und örtlich flexibel. Weg von Dokumenten und statischem Lernmaterial, zielt Soziales Lernen darauf ab, die Aktivitäten und Interaktionen zwischen Akteuren zu unterstützen. Es gilt eine Zusammenarbeit zu fördern und den Aufbau sozialer Gruppen zu ermöglichen. Gemeinschaftsbildung beim Lernen soll helfen, das Gelernte zu verinnerlichen und anzuwenden, anstatt isoliert mit statischen Zahlen und Fakten zu jonglieren. Lernen heißt heute Informationen zu verknüpfen und ein Netzwerk aus Wissen zu gestalten.

Durch diese Form der Wissensaneignung, die eng an Social­ Media-­Plattformen geknüpft ist, wird das Lernen zu einem impliziten Prozess. Dieser findet fortwährend und überall statt, ohne dass der Lerner ihn als Pflicht wahrnimmt. Gerade die Tatsache, dass Lernen nicht mehr zwangsweise an eine Institution gebunden sein muss, sondern autodidaktisch und selbstgesteuert durch das Internet ermöglicht wird, bietet eine große Chance. Inhalte werden generiert, Themen diskutiert und Lösungen gefunden – und all das erfolgt miteinander: peer­ to ­peer. Lerner profitieren gegenseitig von ihrem Wissen. Es entsteht eine Lerngemeinschaft, die im kontinuierlichen Austausch steht.

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Zur Autorin: Elise Schwarz studiert im Master Informationsdesign und Medienmanagement an der Hochschule Merseburg und arbeitet bei Infoport als Producerin.

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