Bei der Planung von E-Learning stellen Kunden häufig die Frage: „Was kostet es, Schulungsmaterialien online zu bringen?“ Die Antwort ist genau so einfach  wie die Antwort auf: „Was kostet ein Auto?“ Der eine stellt sich unter Auto einen schnittigen Sportwagen vor, der andere ein praktisches Familienauto. So weit können auch die Vorstellungen  bei einem Webbased Training auseinandergehen. Hier lesen Sie, welche Kostenfaktoren im E-Learning eine Rolle spielen.


Kostenfaktoren im Überblick

Einen festen Kostensatz kann man für Webbased Training, maßgeschneiderte E-Learning-Kurse nur schwer nennen, denn jeder Kurs ist in Bezug auf seine Anforderungen, Inhalte und die Bedürfnisse der Lernenden einzigartig. Deshalb sollte man drei wichtige Faktoren kennen, die den Kostenrahmen beeinflussen:

1. Grafik und Multimedia
2. Grad der Interaktivität
3. Entwicklungszeit

Im folgenden beziehen wir uns auf Webbased Trainings, also E-Learning-Einheiten mit denen sich der Lerner örtlich und zeitlich flexibel ohne Lern-Begleitung ein Thema erarbeitet.


Grafik und Multimedia

Für die Erstellung eines Webbased Trainings wird meist ein Basislayout nach den Vorgaben des Unternehmens erstellt, in dem z.B. das Logo und die Farben des Unternehmens vorkommen. Für die Erstellung der einzelnen Bildschirmseiten werden dann Bilder, Videos, Audios oder sogar 3D-Animationen eingesetzt.

Niedrige Komplexität

  • Der Kunde stellt Grafiken und Videos zur Verfügung oder diese werden aus Foto-Datenbanken (so genannte Stockphotos) beschafft.
  • Die einzelnen Elemente werden nur leicht nachbearbeitet, z.B. in der Größe angepasst.

Mittlere Komplexität

  • Grafiken und Vertonung werden eigens für diesen Kurs erstellt
  • Illustrationen und Grafiken angefertigt.
  • Vorhandenes Video-Material wird editiert.

Hohe Komplexität

  • Erstellung animierter Grafiken
  • Videoerstellung
  • sehr hoch: 3D-Animationen

Es gilt die Faustregel: Je höher die Komplexität, damit der Aufwand für die einzelnen Elemente, desto höher sind die Kosten.


Grad der Interaktivität

Soll der Kurs die Lerner geradlinig zum Inhalt führen? Oder soll der Lerner Dinge ausprobieren können? Auf verschiedenen Wegen zum Ziel gelangen und dabei bekannnte Lerninhalte überspringen oder sich wie bei einem Game von Level zu Level hocharbeiten?
Das ist eine Frage der Interaktivität. Interaktivität heisst die Art und den Grad von Interaktion oder Kontrolle, die ein Lerner über die Lernelemente hat. Mehr Interaktivität und damit mehr Wahlmöglichkeiten für den Lerner resultieren in höherem Entwicklungsaufwand und Kosten.

Interaktivität: einfach

  • Linearer Content
  • Lernkontrolle mit Textfragen z.B. Multiple Choice Test
  • Begrenzte Zahl von maßgeschneiderten Interaktionen, Lektionen, Tests
  • Arbeit mit vorhandenem Grafik-Vorlagen und Navigation

Interaktivität: mittel

  • Inhalte frei wählbar
  • Mittlere Anzahl von maßgeschneiderten interaktive Lektionen und Lernkontrollen
  • Begrenzte Nutzung von Grafik-Vorlagen, höhere Anzahl von frei gestalteten Navigationselementen
  • Einbindung von grafischen Übungselementen

Interaktivität: hoch

  • Die Inhalte sind in Szenarios aufbereitet, mit sich verzweigenden Inhalten und Aktivitäten
  • Großzügiger Gebrauch von speziell angefertigten Lerninhalten und Tests
  • Einbindung von vielen und aufwändig gestalteten Übungen
  • Maßgeschneiderte Navigation

Entwicklungszeit

Bei manchen E-Learning-Kursen, die wir für unsere Kunden bauen, starten wir mit bereits vorhandenem Schulungsdokumenten wie z.B. PowerPoint-Präsentationen. Bei anderen Kunden starten wir mit einigen wenigen Ideen. An der Entwicklung beteiligt sind meist ein Didaktik-/E-Learning-Experte und ein Fachexperte, häufig vom Auftraggeber selbst.  Generell gilt: Je besser das Material bereits für das Lernen aufbereitet ist, desto schneller kann der Inhalt zu einem Kurs aufbereitet werden.

Entwicklungszeit: kurz

  • Die Struktur der Kursinhalte ist schon ausgearbeitet.
  • Die Inhalte sind schon gut für das E-Learning vorstrukturiert mit klaren Lernzielen
  • Es gibt bereits Vorlagen, die  für interaktive Teile, Lektionen, Quiz genutzt werden können. Multimediale Inhalte sind schon vorhanden.
  • Die Inhalte sind nicht komplex.

Entwicklungszeit: mittel

  • Die Inhalte sind noch nicht voll strukturiert, es gibt auch keine Vorlagen für Interaktionen, Quiz usw.
  • Die Inhalte sind für ein anderes Unterrichtsformat aufbereitet, wie z.B. ein Präsenzseminar.
  • Die Inhalte sind spezialisierter.
  • Die Kursstruktur ist noch im Aufbau und noch nicht alle Lerninhalte sind festgelegt.

Entwicklungszeit: hoch

  • Die Inhalte sind hochspezialisiert.
  • Der Kurs existiert nicht in irgendeinem anderen Format.
  • Die Inhalte sind noch nicht strukturiert, es liegen nur grobe Notizen vor.

Auch wenn ein Kostenrahmen nur schwer anzugeben ist: In der Praxis ergeben sich Durchschnitts-Werte von ca. 100 € – 450 € pro Minute E-Learning, also ein Stundenpreis zwischen 6.000 € und 25.000 €. In Ausnahmefällen kann dieser Preis noch weit höher liegen.

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