Die Vorlesung als 5-Minuten-Clip, die Hausarbeit eine halbe Seite lang und 4000 Kommilitonen im Kurs. Für jemanden, der eine traditionelle deutsche Universität besucht hat, ist ein Mooc (Massive Open Online Course) eine ungewöhnliche Erfahrung.
Andererseits: Aufgaben lösen in einem internationalen Team mit Mitgliedern aus Deutschland, USA, Ägypten, Pakistan und China. Im Kontakt mit Praktikern aus Schulen, Hochschulen, engagierten Non-Profit-Einrichtungen und Unternehmen aus der ganzen Welt. Einblick in spannende Themen wie die Alphabetisierung in den ärmsten Gegenden Indiens oder die Management-Weiterbildung in einem internationalen Konzern. Ein guter Überblick über Learntools aus der ganzen Welt. Und der Professor Paul Kim meldet sich regelmäßig mit direkten Antworten und Kommentaren im Forum.
Stanford University Mooc
Der Mooc (gesprochen Muhk) "Designing a New Learning Environment" der Stanford University war eine interessante Erfahrung, weil hier tatsächlich die Masse der Teilnehmer wichtig ist. Nicht nur der Professor und andere Kollegen, die auch in kurzen Videoclips ihre Erfahrungen präsentierten, sondern vor allem die Teilnehmer und ihre Erfahrungen machten den Kurs anregend.
Was mich überrascht hat, war eine Statistik zu den Teilnehmern: Der typische Teilnehmer war eine Sie im mittleren Alter und in Vollzeit berufstätig. Im einzelnen: 57% weibliche und 43% mannliche Teilnehmer . 46% waren zwischen 34 und 54 Jahren alt, 26% zwischen 26 und 34 Jahren, 14% unter 26 und 14% über 54 Jahre alt. Über die Hälfte der Teilnehmer arbeitet Vollzeit (53%) 16% selbständige, 8% working part-time, 12% (under)graduate student.
Zur Frage nach der Motivation antworteten die Teilnehmer:
75% want to learn about uses of technology in education,
66% want to design educational programs or applications,
51% because of university/faculty reputation,
48% want to try a MOOC.
Warum Moocs?
Warum Stanford diesen Kurs macht? Hier sind einige Antworten, die ich auf eine entsprechende Frage bekommen habe:
"This recent article gives a good look into Stanford's interests and concerns with MOOCs. Still, even within different parts of the University (i.e. Business School, Med School, Engineering School, School of Ed, etc.), there are different feelings and motivations around online education and MOOCs."
Professor Paul Kim: "My personal motivation with this MOOC is to exchange insights and link with future collaborators around the world.
I know I will find the best of the best talents at the very end of this MOOC process.
I told Pamela Levine that those who complete this course successfully are our best potential partners and those teams that come up with the best designs are the ones we will end up working for."
Weitere Links: Stanford for All , Homework for Professors, What happens next - interview with the Stanford president
Gleichzeitig bietet der Kurs auch eine Datenvielfalt für neue Forschungen: Denn jede Aktivität auf der Lernplattform wird gespeichert und kann nachher mit Nutzerdaten korreliert werden.
Moocs in Deutschland
Der erste deutsche Mooc-Maker-Kurs startet noch in diesem Monat. Für mich ist die wichtigste Frage: Was ist der Vorteil von Massive (viele Teilnehmer), wo massive vor allem erstmal viel Arbeit bedeutet? Und was mich auch interessiert: Welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen braucht ein Mooc?
Die Leuphana Universität Lüneburg startet in diesem Monat einen Mooc zur Idealen Stadt des 21. Jahrhunderts.
Bin gespannt auf die deutschen Erfahrungen.